Inklusion und Exklusion: Analysen zur Sozialstruktur und by Paul Windolf (auth.), Rudolf Stichweh, Paul Windolf (eds.)

By Paul Windolf (auth.), Rudolf Stichweh, Paul Windolf (eds.)

Inklusion und Exklusion sind elementare Kategorien der Soziologie. Beide Begriffe verweisen auf paradoxe Konsequenzen, die die empirische Forschung inspiriert haben. Inklusion in eine begrenzte Zahl von Subsystemen bedeutet gleichzeitig Exklusion aus allen anderen Subsystemen. Exklusion aus einem Unternehmen (Arbeitslosigkeit) hat gleichzeitig eine Inklusion in andere Formen der Vergesellschaftung zur Folge (sozialstaatliche Fürsorge). In diesem Band werden die Begriffe Inklusion und Exklusion auf zentrale Probleme der Sozialstruktur und der sozialen Ungleichheit angewandt. Ungleiche Chancen im Bildungssystem haben Exklusion und Marginalisierung auf dem Arbeitsmarkt zur Folge. Die Auflösung von Netzwerken hat weitreichende Konsequenzen für die Struktur einer nationalen Ökonomie (Deutschland AG). Am Beispiel der Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten wird der konfliktreiche Inklusionsprozess einer Migrationsbevölkerung nach dem 2. Weltkrieg nachgezeichnet. Prozesse der räumlichen Inklusion/Exklusion verschärfen die Probleme der Armutsbevölkerung im innerstädtischen Ghetto.

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Diese Anomie fällt lokal unterschiedlich aus, wobei „lokal“ die extreme Verschiedenheit der Kontexte in den Funktionssystemen der modernen Gesellschaft meint. 7. Semantiken, Normen, Werte Wir haben in diesem Text bisher Inklusion und Exklusion primär auf der Ebene der Situationen und Ereignisse und danach auf der Ebene der Rollen und Erwartungsstrukturen der Systeme beschreiben. Zunehmend viele dieser sich herausbildenden Erwartungen sind normativ, und man sieht daran, wie in der Geschichte der Systeme eine eigenständige kognitive Welt der Semantiken, Normen und Werte der Inklusion und Exklusion entsteht.

New York: Free Press. , 1976b: The Millenarian Movement Organization as a Socialization Agency. S. 367-376 in: Loubser, Jan J. ): Explorations in General Theory in Social Science. Essays in Honor of Talcott Parsons. Vol. 1. New York: Free Press. Polanyi, Karl, 1978: The Great Transformation: Politische und ökonomische Ursprünge von Gesellschaften und Wirtschaftssystemen. : Suhrkamp. Reichel, Peter, 2007: Erfundene Erinnerung. Weltkrieg und Judenmord in Film und Theater. : Fischer Taschenbuch Verlag.

Ein solcher Entscheidungsspielraum stand einer Politik nicht zur Verfügung, die ausschließlich auf akademische Exzellenz fokussiert war. Ernüchtert durch ihre jüngsten Erfahrungen mit dem traditionellen System der Zulassungsprüfungen, die ihnen zuletzt die „falschen“ Studenten beschert hatten, ersonnen die Führer der „Großen Drei“ ein neues Zulassungsregime, das ihnen erlaubte, Zulassungen und Zurückweisungen so zu handhaben, wie sie es wollten. Die Eckpfeiler des neuen Systems waren Ermessensentscheidungen und Undurchsichtigkeit – Ermessensentscheidungen, die den gatekeepers die Freiheit ließen, so zu verfahren, wie sie wollten, und Undurchsichtigkeit, die ihnen garantierte, dass ihr Ermessen keiner öffentlichen Prüfung unterworfen sein würde.

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