Feindbilder und Verständigung: Grundfragen der politischen by Josef Berghold

By Josef Berghold

Das Buch analysiert das Phänomen der Feindbilder als ein zentrales Hindernis, sich den Herausforderungen unserer Zeit zu stellen. An aktuellen Beispielen werden die tieferen Ursachen von Feindbildern und Chancen zu ihrer Überwindung ins Visier genommen.

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Zur selben Zeit, das heißt zu Beginn der 1970er Jahre, entwickelte sich ein Großteil der neuen, sich nun verbindlicher organisierenden Linken in die Richtung eines ausgeprägt stalinistischen Politikverständnisses (pro-chinesischer und pro-sowjetischer Orientierung). Und soweit ich es wahrnehmen konnte, fand dies eine Mehrheit derjenigen Linken, die nicht gerade so weit gehen wollten, höchstens mäßig irritierend. Ein weiteres Mal fiel ich aus allen Wolken. Nachdem ich gerade angefangen hatte, einen neuen, wenn auch vorsichtigen Hoffnungsschimmer für die Durchsetzung solidarischer und demokratischer Werte ins Auge zu fassen, versank ich wieder in schwerer Enttäuschung.

Unter dem Eindruck der erschütternden Erkenntnisse, die die Entwicklung meines Bewusstseins bestimmten, näherte ich mich nun in meinen Orientierungen relativ schnell der Linken an. Naheliegenderweise waren es nicht die traditionellen Linksparteien, die ich als mögliche politische Antwort in Betracht zu ziehen begann, sondern die zunächst nur sehr vage wahrgenommene „Neue Linke“. Jene politischen Strömungen also, die durch ihre Proteste gegen den Vietnamkrieg, gegen den iranischen Schah, gegen diktatorische Notstandsgesetze oder gegen die Verstricktheit der älteren Generationen mit der nationalsozialistischen Vergangenheit hervorgetreten waren und durch den Pariser Mai und den Prager Frühling von 1968 ansatzweise Konturen gewonnen hatten — für mich aber vor allem durch die Kritik an den vorherrschenden konformistischautoritären Lebensformen Glaubwürdigkeit gewonnen hatten, wie ich sie zum ersten Mal anhand von Alexander Neills Erziehungsmodell nachvollziehen konnte und bald darauf bei ähnlich argumentierenden Autoren wie Wilhelm Reich, Erich Fromm oder Herbert Marcuse in theoretisch ausgefeilterer Form wieder fand.

Meine Rechtfertigungsversuche überzeugten mich zunehmend weniger, je mehr ich von ähnlichen schweren Menschenrechtsverletzungen erfuhr, die auch von anderen dem westlichen Lager zuzurechnenden Akteuren oder Regierungen zu verantworten waren. Als ich dann im Alter von siebzehn Jahren aus dem Nachrichtenmagazin ‚Der Spiegel‘ von den Gewaltexzessen und Massakern erfuhr, in die die USArmee auf breitester Ebene in Vietnam verwickelt war, krachte mein bisheriges politisches Weltbild schließlich tosend zusammen.

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