Ermöglichung pädagogischer Interaktionen: by Matthias Herrle

By Matthias Herrle

Vielerorts wird heute über Möglichkeiten der Optimierung des Lehr-Lerngeschehens in pädagogischen Veranstaltungen diskutiert. Welche Organisationsprinzipien für den Prozess der Herstellung dieses Geschehens von Bedeutung sind, darüber ist indes noch wenig bekannt. Anhand videographischer Analysen von Etablierungsphasen in Veranstaltungen der Erwachsenenbildung/Weiterbildung vermittelt die Interaktionsstudie von Matthias Herrle neue Einblicke in die multimodale Komplexität solcher Herstellungsprozesse. Durch eine Vielzahl an Abbildungen wird ein breites Spektrum an Methoden illustriert, das die Beteiligten selektiv nutzen, um ihr Agieren zu koordinieren. Es wird gezeigt, mit welchen strukturellen Problemen sie im Interaktionsablauf konfrontiert sind und welche Varianten im Umgang mit ihnen realisiert werden. Auf diese Weise wird deutlich, welche interaktiven (Vor-)Leistungen den alltäglichen Vollzug des „pädagogischen Geschäfts“ konstituieren und auch jenseits des Anfang(en)s zu seiner Strukturierung beitragen.

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Einen Überblick über wegweisende Ansätze der Interaktionsforschung, die z. T. eher die soziale, z. T. eher die psychische Seite sichtbaren nonverbalen Agierens in Interaktionszusammenhängen thematisieren, liefert der von Klaus Scherer und Harald Wallbott (1979) herausgegebene Band. Zum historischen Überblick über bedeutsame Studien vgl. zudem Kendon 1990c. 3 Etablierung gruppenförmiger Interaktion bei körperlicher Wahrnehmbarkeit 39 Neben Adam Kendon hat insbesondere Albert E. Scheflen (1964) auf die Bedeutung von Körperhaltungen in Interaktionszusammenhängen hingewiesen – insbesondere auf den Aspekt der zeitlichen Strukturierung durch Wechsel in Positionierung und Ausrichtung.

Im Falle der Etablierung pädagogischer Interaktionen wirkt sich die Rollenzuweisung Lehrer/Lerner als rollenförmig differenzierte Spezifizierung sozialer Disponibilität und die damit verknüpften Erwartungen der Aufführung von Operationen Wissensvermittlung und -überprüfung auf der einen Seite (Lehrer) und der Darstellung von Wissensaneignung auf der anderen Seite (Lerner) als strukturierungswirksam aus. 17 Umgekehrt fungiert die Überprüfung, ob sich die Person, von der erwartet wird, dass sie als Lehrender agiert, überhaupt dazu bereit ist Wissen zu vermitteln, als Bedingung dafür, sich auf die Situation als Lernender einzulassen.

Berens 1976) und zu konfirmieren (vgl. auch die Untersuchung von Begrüßungsritualen bei Goffman 1982). Neben der Arbeit am Problemkomplex der Adressierbarkeit stellt sich den Akteuren das Problem, festzulegen, mit welchem Gegenstand sie sich in ihrer sozialen Beziehung befassen wollen. Auf das bei Schegloff (1968) und Berens (1976) beschriebene Problem der Themeneinführung bzw. -festlegung (thematisch fixierte Aufmerksamkeit) wie auch auf das Problem wechselseitiger Adressierung beziehen sich die Analysen von Kendon (1990d).

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