Diskursiver Wandel by Achim Landwehr (auth.), Achim Landwehr (eds.)

By Achim Landwehr (auth.), Achim Landwehr (eds.)

Nachdem sich der Übernahme diskurstheoretischer Ansätze für geschichtswissenschaftliche Fragestellungen längere Zeit Hindernisse in den Weg stellten, kann eine Historische Diskursforschung inzwischen als etabliert gelten. Dieser Ansatz muss sich jedoch gerade in dieser scenario einigen grundlegenden Fragen stellen, zum Beispiel derjenigen nach der Konzeptualisierung des Wandels in Diskursen und durch Diskurse. Diesem Problemzusammenhang widmet sich der Sammelband mit Beiträgen, die von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart reichen, die einer interdisziplinären Perspektive verpflichtet sind (Geschichtswissenschaft, Soziologie, Medienwissenschaft, Linguistik, Kunstgeschichte) und die eine Vielzahl von Gegenständen behandeln (Texte, Praktiken, Bilder, Filme).

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Ökumene und Gemeinde: Untersuchungen zum Alltag in Kirchengemeinden

InhaltDas Buch untersucht die Entwicklung der Beziehungen zwischenevangelischen und katholischen Kirchengemeinden im Zeitraum von 1983 bis 1999in fünf Stadtteilen mit unterschiedlicher Sozialstruktur. Es fällt auf, wie stark die Kirchengemeinden ein Spiegelbildihrer sozialräumlichen Umwelt, ihrer Probleme und Auseinandersetzungen mitherausfordernden gesellschaftlichen Entwicklungen im Nahbereich darstellen.

Kriminal-politik: Unter redaktioneller Mitarbeit von Matthias Gasch

Kriminalpolitik wird von den Autoren des Buches als ein Politik-Programm verstanden, welches die Strategien, Taktiken und Sanktionsinstrumente beschreibt, mit denen die Institutionen der Inneren Sicherheit eine Optimierung der Verbrechenskontrolle zu erreichen versuchen. Derzeit sind Tendenzen zu beobachten, wonach sich die bislang nationwide und staatlich ausgerichteten Kriminalpolitiken „entgrenzen“: sichtbar vor allem in der zunehmenden Europäisierung der Inneren Sicherheit, beobachtbar aber auch anhand der steigenden Einbeziehung kommerzieller Akteure in die Produktion öffentlicher Sicherheit.

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141: Aids-Hilfe Schweiz (1985), Zusammenfassung des Workshops „Sexualpraktiken“: 4. 2: Jahresbericht 1985 des Vorstands der AHS: 1. 2: Aids-Hilfe Schweiz (1985), Protokoll der Vorstands-Sitzung vom 17. August 85: 1. 44 Peter-Paul Bänziger es für die AHS immer dringlicher geworden sein, ihre Basis zu verbreitern und zumindest auch die Drogen-Thematik anzugehen. 51 Im Verlauf dieses Öffnungsprozesses verlor die AHS zunehmend die Charakteristika einer Basis- oder lokalen Organisation und übernahm immer mehr die Rolle einer NGO.

Wichtiger als dieses Argument von Muraskin dürfte jedoch die in der Zwischenzeit erfolgte verstärkte Neuausrichtung der Gesundheitspolitik gewesen sein. Dass eine breite Kampagne in den achtziger Jahren möglich war, kann nicht allein auf die größere Letalität und die beispiellose öffentliche Debatte über Aids zurückgeführt werden. Wie ich oben bereits argumentiert habe, wäre es durchaus möglich gewesen, zumindest für einige Zeit mit den gewohnten repressiven Mitteln weiter zu fahren, gerade weil es sich um stigmatisierte „Risikogruppen“ handelte.

6 Trotz des unbestreitbaren EinÀusses medizinischen Wissens gibt es einen gewichtigen Einwand gegen eine darauf gestützte Argumentation: Allein aufgrund der Tatsache, dass mehr oder weniger gesicherte Erkenntnisse vorhanden waren, kann nicht erklärt werden, warum es tatsächlich auch in der (öffentlichen) Wahrnehmung zu einem Wandel und in den Ansätzen der relevanten HandlungsträgerInnen zumindest zu einer Verschiebung gekommen ist. Anstatt die Präventionsarbeit auf konkrete Praktiken auszurichten, hätte man auch auf „systematische Durchtestung“ (Staub 2005: 13) der Bevölkerung setzen oder den Schwerpunkt der Informationsarbeit auf den „Treue“-Diskurs verlagern können.

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