Die widersprüchliche Modernisierung der elterlichen by Anke Kerschgens

By Anke Kerschgens

Wie leben Familien mit kleinen Kindern heute? Wie organisieren und erleben Väter und Mütter ihre Alltagspraxis zwischen Familienleben und Erwerbsarbeit?
Auch wenn vor allem Familien gebildeter Mittelschichtsmilieus erkennbar von einer Modernisierung des Geschlechterverhältnisses erfasst sind, so zeigt sich doch, dass dieser Entwurf „neuer“ Väter und Mütter zunächst vor allem den prestige einer (teil-) gesellschaftlichen Idealbildung hat.
Die vorliegende empirische Arbeit versucht das widersprüchliche Verhältnis von Kontinuität und Wandel im Bereich der Arbeitsteilung verstehbar zu machen und untersucht familiale Arbeitsteilungsentwürfe in ihren verschiedenen Dimensionen als alltagspraktische, diskursive, gesellschaftlich geprägte wie auch lebensgeschichtlich unbewusst bestimmte. Dabei zeigt sich neben der Komplexität der elterlichen Entwürfe, wie sehr voneinander abhängig und zugleich potentiell ambivalent individuelle, familiale und kollektive Wandlungsprozesse ablaufen.

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44 2 Arbeitsteilung in Familien – Zum Stand der Forschung Im Kontext der Arbeitsteilung stellt sich daher erst vor dem Hintergrund des Wandels die Frage, wie mit den Spannungen zwischen dyadischen und triadischen Interaktionsformen und zwischen Autonomie und Bindung umgegangen wird oder ob diese einseitig aufgelöst werden müssen. Für eine empirische Untersuchung der Arbeitsteilung ist eine Bezugnahme auf die frühkindliche Genese der Geschlechtsidentität als Begründungszusammenhang für die elterliche Arbeitsteilung aus weiteren Gründen problematisch.

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