Die psychosozialen Folgen schwerer Unfälle by Ulrich Schnyder

By Ulrich Schnyder

106 schwerverletzte Unfallpatienten wurden über einen Zeitraum von 12 Monaten untersucht. Bei jedem Dritten fanden sich klinisch relevante psychische Symptome. Das Vollbild einer traumatischen Belastungsstörung trat jedoch nur selten auf. Es zeigte sich, daß die Entwicklung posttraumatischer psychischer Störungen kaum von objektiven Verletzungsmerkmalen abhängt, sondern in erster Linie vom subjektiven Erleben des Unfallereignisses und seiner Folgen. Psychosoziale Variablen bestimmen auch zu einem großen Teil die Dauer der unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit. Die frühzeitige Identifikation von psychosozialen Risikopatienten sollte durch die Chirurgen erfolen. Konsiliar- und Liaisonpsychiatrische Dienste können jedoch einen wesentlichen Beitrag zur fachgerechten Behandlung und Rehabilitation schwerverletzter Unfallpatienten leisten. Die Arbeit wurde mit dem Roemer-Preis 1999 des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin ausgezeichnet.

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94 (Blake et al. 1995; Weathers und Litz 1994; Wilson und Keane 1997). Der CAPS-2-Gesamtscore (Frequenz plus Intensität) kann zur Berechnung von Korrelationen benützt werden. Zudem können Patienten aufgrund ihrer Antworten eindeutig den Kategorien "posttraumatische Belastungsstörung" und "subsyndromale posttraumatische Belastungsstörung" zugeordnet werden. Die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung kann dann gestellt werden, wenn der Patient mindestens eines der vier Wiedererlebens-Symptome, drei der sieben VermeidungsSymptome, und zwei der sechs Symptome eines erhöhten Erregungsniveaus in hinreichender Frequenz (mindestens einmal in der vergangenen Woche) und Intensität (mindestens mässige Ausprägung) erlebt hat.

Es lässt sich also mit einiger Sicherheit sagen, dass wir mit den Drop-outs keine Gruppe von psychosozialen Risikopatienten verloren haben. Tendenziell handelte es sich bei diesen 15 Personen eher um jüngere, ledige, psychosozial weniger belastete Patienten, die auch ihre Erholungsfähigkeit subjektiv tendenziell höher einschätzten. Die Mittelwerte der CAPS-2, IES und SCL-90-R lagen bei den Drop-outs durchwegs tendenziell niedriger, entsprechend war auch das allgemeine Copingniveau tiefer, obschon, wie bereits festgestellt, diese Unterschiede statistisch nicht signifikant waren.

Wurden statistische Signifikanztests (Varianzanalysen) durchgeführt. B. Impact of Event Scale), durch weitere Analysen ergänzt. 1 Rahmenbedingungen und somatische Merkmale des Behandlungsverlaufs Die Patienten verbrachten im Durchschnitt einen Monat im AkutspitaL Viele Patienten wurden anschliessend in eine Rehabilitationsklinik überwiesen. Sie verbrachten dort zusätzlich durchschnittlich etwas mehr als einen Monat (siehe hierzu Tabelle 8). 2 Tage. Zwei Patienten, beide mit einer Paraplegie, befanden sich ein Jahr nach dem Unfall immer noch in stationärer Behandlung in einer Rehabilitationsklinik.

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