Die Pädagogik der Sozialen Frage: (Sozial-)Pädagogische by Bernd Dollinger

By Bernd Dollinger

Pädagogische Theorien haben sich vor dem Hintergrund der Krisenerfahrungen des „langen 19. Jahrhunderts“ basic geändert. Erziehung wurde als alternative der Bearbeitung sozialer, kultureller und politischer Probleme konzipiert. Eine wesentliche Folge battle die Etablierung der Sozialpädagogik.
Ausgehend vom Beginn des 19. Jahrhunderts zeichnet die Studie den Weg pädagogischer Krisenbearbeitung nach, sie analysiert die „Erfindung“ einer explizit sozialen Pädagogik und rekonstruiert deren weiteren Verlauf bis zum Ende der Weimarer Demokratie.

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Der wissenschaftliche Diskurs der sozialen Pädagogik war nicht nur ein wissenschaftsinterner Diskurs. Selbst als sich die wissenschaftliche Pädagogik bzw. Erziehungswissenschaft – nach der vorübergehenden „Episode“ (Schmid 1999, 31) des 1779 von Trapp in Halle angetretenen ersten Lehrstuhls für Pädagogik – am Ende des 19. und zu Beginn des 20. B. Krüger 1999, 15ff), war der pädagogische Diskurs verknüpft mit anderen Wissensbereichen; man hat von interdiskursiv verschränkten Wissensformen auszugehen39, denn pädagogische Positionen schlossen an kulturelle Problemerfahrungen und außerpädagogische Interpretationen sozialer Umwälzungen an.

54). Folgt man dieser Sicht, so war das soziale Leben nicht statisch zu betrachten; es war ein prozesshaftes Geschehen mit einer veränderlichen Gewichtung der beiden Anteile zu bedenken (vgl. Berger/Luckmann 1980, 144f), der mit der Ankerkennung massiver Ordnungsveränderungen allgemein reflexiv verfügbar wurde, und zwar als Problem, das einer Bearbeitung bedurfte. Für die Analyse von Krisenfeststellungen ist diese Erkenntnis folgenreich. Soziale Krisen zu bestimmen, verlangt nach dem Einsatz eines zeitdiagnostischen Instrumentariums.

In diesem Sinne war Pestalozzis Gedankenwelt durch die Suche nach Mitteln zur pädagogischen Abstützung tradierenswerter Sozialordnungen dominiert“. Entsprechende Erfahrungen sind in die hier vorgenommene Analyse einzubinden, denn eine „richtig verstandene Diskursgeschichte ist nicht nur Geschichte von Worten, sondern mehr noch von Erfahrungen. Zu oft verkümmert die ,Diskursgeschichte’ zu bloßer Diskussionsgeschichte, als sei die ganze Weltgeschichte eine unendliche Kongreßsitzung von Akademikern“ (Radkau 1998, 14).

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