Der Untertan by Heinrich Mann

By Heinrich Mann

Show description

Read or Download Der Untertan PDF

Best classics books

Lord of the Flies (Penguin Great Books of the 20th Century)

Those deluxe variations are packaged with French flaps, acid-free paper, and tough entrance. "This significant paintings is a daunting parody on man's go back. . . to that kingdom of darkness from which it took him millions of years to emerge. . . fantastically written. " --The big apple TimesOther Penguin nice Books of the 20 th Century:The Grapes of Wrath via John SteinbeckHeart of Darkness by means of Joseph ConradLove during Cholera via Gabriel Garcia MarquezThe Adventures of Augie March through Saul BellowThe Age of Innocence via Edith WhartonA Portrait of the Artist as a tender guy via James JoyceSwann's method by means of Marcel ProustMy Antonia by way of Willa CatherOn the line via Jack KerouacWhite Noise by means of Don DeLillo

Additional info for Der Untertan

Example text

Wer sind Sie, was belästigen Sie mich« – und der Stabsarzt maß ihn. « Aber Diederich stand stramm und blieb krank; der Vorgesetzte mußte sich zu einer Untersuchung herbeilassen. Als er den Fuß zu Gesicht bekam, erklärte er, wenn er sich nicht eine Zigarre anzünde, werde ihm unwohl werden. Trotzdem war nichts zu finden an dem Fuß. Der Stabsarzt stieß ihn entrüstet vom Stuhl. »Macht Dienst, Schluß, abtreten« – und Diederich war erledigt. Mitten im Exerzieren aber schrie er plötzlich »Au« und fiel um.

Da hättet ihr nun den Hauptmann sehen sollen. Täglich kam er selbst, nach den größten Märschen, mit bestaubter Uniform, wie er war. So was gibt es auch nur beim Militär. Wir sind in den bösen Tagen wahre Kameraden geworden. Hier die Zigarre ist noch von ihm. Und als er mir dann eingestehen mußte, der Stabsarzt wolle mich fortschicken, ich kann euch versichern, das war einer der Augenblicke im Leben, die man nicht vergißt. « Alle waren erschüttert. Diederich sah tapfer um sich. »Na, jetzt soll man sich also wieder in das bürgerliche Leben hineinfinden.

Man blieb stehen, um sie ankommen zu sehen. Sie kamen vom Norden her, in kleinen Abteilungen und im langsamen Marschschritt. Unter den Linden zögerten sie, wie verirrt, berieten sich mit den Blicken und lenkten nach dem Schloß ein. Dort standen sie, stumm, die Hände in den Taschen, ließen sich von den Rädern der Wagen mit Schlamm bespritzen und zogen die Schultern hoch unter dem Regen, der auf ihre entfärbten Überzieher fiel. Manche von ihnen wandten die Köpfe nach vorübergehenden Offizieren, nach den Damen in ihren Wagen, nach den langen Pelzen der Herren, die von der Burgstraße herschlenderten; und ihre Mienen waren ohne Ausdruck, nicht drohend und nicht einmal neugierig, nicht als wollten sie sehen, sondern als zeigten sie sich.

Download PDF sample

Rated 4.13 of 5 – based on 47 votes