Armut wird „sozial vererbt“: Status Quo und Reformbedarf der by Johannes D. Schütte

By Johannes D. Schütte

In Deutschland setzt sich die soziale Exklusion über Generationen hinweg castle, dies gilt gerade auch im Bildungs- und Gesundheitsbereich. Da dieser Prozess nicht auf die genetischen Anlagen rückführbar ist, muss davon ausgegangen werden, dass der sozioökonomische prestige in der Bundesrepublik „sozial vererbt“ wird. Über die Zusammenführung der theoretischen Ansätze von Pierre F. Bourdieu und Hartmut Esser wird es nicht nur möglich, den Dualismus zwischen Autonomie und Heteronomie zu überwinden, sondern auch die wirkenden Selektionsmechanismen zu beschreiben. Aus dieser examine ergeben sich neue Perspektiven für eine Habitusmodifikation und damit ebenfalls Ansatzpunkte für die Förderung besonders benachteiligter Personen (active inclusion). Dass ein gesellschaftlicher Aufstieg in Deutschland nicht für alle gleichermaßen möglich ist, obwohl eine vergleichsweise große Summe in das deutsche Wohlfahrtssystem investiert wird, ist nach den Befunden dieser Untersuchung in erster Linie darin begründet, dass das Fördersystem insgesamt weniger auf soziale Inklusion als auf die Konservierung des gesellschaftlichen establishment ausgerichtet ist.

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Die verfestigten Strukturen des zwischenmenschlichen Verkehrs, die teilweise rechtsronnig geordnet sind, wie die Eigentums-, Familien- und Standcsverhältnisse,letztlich auch die Formen der politischen Herrschsft" (Eucbner 1983. S. 601). Marx geht davon aus, dass die Produktionsverhältnisse durch die geschichtlichen Veränderungen definiert werden. So f"1ihrt er auch deren Entwicklung auf die Arbeitsteilung zurück. Diese bewirkt, dass die Ergebnisse der gesellschaftlichen Arbeit verschiedenen Individuen zukommen.

Marx geht mit seiner historisch-materialistischen Auffassung der geschichtlichen Entwicklungen grundsätzlich davon aus, dass sich die Geschichte quasi gesetzmäßig in Abhängigkeit vom Verhältnis zwischen den Produktivkräften und den herrschenden Produktionsverhältnissen entwickelt. Als Produkrivkräfte versteht Marx sämtliche Ressourcen der Reproduktion. Er begrenzt diese Ressourcen nicht auf die Produktionsmittel, sondern meint zum Beispiel insbesondere die Fähigkeiten und Kompetenzen der Menschen, die am Produktionsprozess teilhaben.

Demnach beeinßusst der Habitus die Handlungen des Individuums über eine gewisse Schematisierung. Wichtig ist, dass Bourdieu den Einfiuss des Habitus' auf das Denken und Handeln des Individuums als stets unbewusst beschreibt. 2 Der konfliktthcorctischc Ansatz nach Picrrc Fclix Bourdicu 41 Situationen quasi instinktiv zurückgreift. Der Habitus lässt sich somit als unbemerkte Einverleibung kollektiver Praxis beschreiben (vgl. Bourdieu 1992b, S. 101). Der Habitus beeinflusst nicht nur das individuelle Handeln, über seine Einfiusanahrne auf die Wahrnehmung der Menschen bestimmt er ebenfalls, wie ein Akteur einen anderen sieht Bourdieu geht davon aus, dass zwei Individuen, die einen sehr verschiedenen Habitus besitzen, dies deutlich spüren.

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