Anerkennung und Gewalt an Schulen: Eine evidenzbasierte und by Tilmann Kammler

By Tilmann Kammler

Wie wirken sich schulische und familiäre Anerkennungskonflikte auf das Selbstkonzept von SchülerInnen, auf deren Zugehörigkeit zu aggressiven Peergroups und auf die von ihnen gezeigte Gewalt im Schulalltag aus? Tilmann Kammler nutzt zur Klärung dieser Fragen ein umfangreiches Messinstrument, das neben Teilen aus bestehenden Studien (Forschungsgruppe Schulevaluation, PISA u. a.) auch neue Operationalisierungen zur Verfügung stellt. Neben der Befragungen von 530 SchülerInnen und der Erarbeitung von Strukturgleichungsmodellen führt der Autor eine experimentelle Intervention durch, bei der er davon ausgeht, dass von Misserfolgen und Desintegration geprägte SchülerInnen durch institutionelle und strukturelle Anerkennung ein positives Selbstkonzept entwickeln und in der Folge seltener Gewalt zeigen. Der Verlauf und die Folgen der Intervention werden durch einen Methodenmix umfassend analysiert und dokumentiert. Neben einer Überprüfung zentraler Thesen des Desintegrationsansatzes von Wilhelm Heitmeyer und der Anerkennungstheorie Axel Honneths liefert der Autor auch praktische Empfehlungen für den Schulalltag.

Show description

Read or Download Anerkennung und Gewalt an Schulen: Eine evidenzbasierte und theoriegeleitete Interventionsstudie im Praxistest PDF

Best german_11 books

Ökumene und Gemeinde: Untersuchungen zum Alltag in Kirchengemeinden

InhaltDas Buch untersucht die Entwicklung der Beziehungen zwischenevangelischen und katholischen Kirchengemeinden im Zeitraum von 1983 bis 1999in fünf Stadtteilen mit unterschiedlicher Sozialstruktur. Es fällt auf, wie stark die Kirchengemeinden ein Spiegelbildihrer sozialräumlichen Umwelt, ihrer Probleme und Auseinandersetzungen mitherausfordernden gesellschaftlichen Entwicklungen im Nahbereich darstellen.

Kriminal-politik: Unter redaktioneller Mitarbeit von Matthias Gasch

Kriminalpolitik wird von den Autoren des Buches als ein Politik-Programm verstanden, welches die Strategien, Taktiken und Sanktionsinstrumente beschreibt, mit denen die Institutionen der Inneren Sicherheit eine Optimierung der Verbrechenskontrolle zu erreichen versuchen. Derzeit sind Tendenzen zu beobachten, wonach sich die bislang nationwide und staatlich ausgerichteten Kriminalpolitiken „entgrenzen“: sichtbar vor allem in der zunehmenden Europäisierung der Inneren Sicherheit, beobachtbar aber auch anhand der steigenden Einbeziehung kommerzieller Akteure in die Produktion öffentlicher Sicherheit.

Extra info for Anerkennung und Gewalt an Schulen: Eine evidenzbasierte und theoriegeleitete Interventionsstudie im Praxistest

Example text

144 Honneth, A. (1992), S. 88 Es fällt in diesem Kontext sofort das Verhalten der pubertierenden Jugendlichen während des Erwachsenwerdens auf, die in absoluter Rebellion und Trotz gegen alles in den Kampf ziehen, was ihnen die Umwelt zur Auflage macht. Folgt man dem Verständnis Hegels, müssen sie dies tun, um im Bestehen der Maßregelung, der Sanktionierung und dem Ertragen der Gegen-Angriffe die eigene Identität anerkennen zu können: erst wenn ich nichts mehr tue, was ihr mir vorgebt, also was euch auszeichnet und ihr seid, bleibe ich übrig!

121 Vgl. Sitzer, P. (2002), S. 122 Auf die besonderen Implikationen der institutionellen Anerkennung auf pädagogischer Ebene wird im Anschluss noch ausführlicher eingegangen. Strukturelle Ebene Auf dieser Ebene ist die rechtliche Anerkennung als gleichberechtigtes bzw. gleichwertiges Gesellschaftsmitglied von zentraler Bedeutung. 123 Diese Autorität ist allgemein die Justiz und im speziellen schulischen Kontext die Schulleitung. Der Eindruck, als Mitglied einer gesellschaftlichen Gruppe – insbesondere einer Randgruppe oder Minderheit – wahrgenommen zu werden, ist dementsprechend mit der Teilhabe an materiellen und kulturellen Gütern sowie dem Zugang zu Infrastrukturressourcen verbunden (allgemeine Wahlen und Staatsbürgerschaft; im Falle der Schule Ganztagsangebote, Klassenfahrten, Verpflegung durch Mensa oder Kiosk unabhängig vom Schulzweig oder von der Abstammung der Schüler) und gilt als deutlicher Indikator für eine individuell funktionale Systemintegration.

M. (1972), S. ; Gerrig, R. J. (1996), S. 708 ebenda, S. 119 Institutionelle Ebene Auf dieser Ebene sind der Interessenausgleich zwischen den beteiligten Rolleninhabern und die vorhandenen Partizipationsmöglichkeiten für das Individuum das Maß für gelungene Anerkennung. Die auf institutioneller Ebene gültige Anerkennungsform bezieht sich in der Mehrheit gesellschaftlicher Arbeitsfelder auf das Prinzip der Leistung, denn in einer arbeitsteiligen Gesellschaft mit organischer Solidarität erfahren Individuen Anerkennung nur in dem Maße, in dem sie durch ihre Fähigkeiten und Kompetenzen zur Verwirklichung der ethischen Grundüberzeugungen der sozialen Gemeinschaft beitragen.

Download PDF sample

Rated 4.38 of 5 – based on 26 votes